
Weitere Netzfunde in der wöchentlichen Zusammenstellung.
Ein Brief vom falschen Absender
Das Geschehen im Krieg in und um die Ukraine wird jetzt zunehmend unübersichtlicher und bald schon vielleicht chaotisch. Während Wolodymyr Selenskyj wild um sich schlägt, bietet er Wladimir Putin gleichzeitig in einem offenen Brief Friedensgespräche an. In diesem spricht er aber unverhohlene Drohungen aus und belehrt Putin über dessen eigenes Land. Selenskyjs Brief hat in Diskussionsforen teilweise schon Befremden ausgelöst.
Wenig überraschend ist, dass Selenskyj sich zu Beginn seines Briefs in Siegerpose zu werfen sucht. Das zu tun und dann Maximalforderungen zu stellen, ist gängige Taktik im Vorfeld von Verhandlungen. Viel zu bieten hat er in militärischer Hinsicht aber nicht und er sagt es in seinem Brief implizit auch selbst: Alles was er noch kann, ist Russland punktuellen und möglichst symbolträchtigen Schaden zuzufügen. Das langsame aber stetige Vorrücken der russischen Truppen im Osten der Ukraine kann er derzeit nicht stoppen, ganz zu schweigen von einer Rückeroberung von Donbass und Krim. Konsequenterweise erwähnt Selenskyj das in seinem Brief auch nicht. Putin weiß das auch so.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinerseits bereits erklärt, er werde nicht auf Selenskyj Brief antworten, doch auch das mag taktisch bedingt sein, denn auch im Kreml weiß man, dass eine allzu rasche Annahme des ukrainischen Gesprächsangebots als Zeichen der Schwäche ausgelegt werden würde. In Russland geht einer Reihe von Hardlinern allerdings langsam die Geduld aus. Das neuste Interview von Roger Köppel mit Wladimir Solowjow ist ein Ausdruck davon. Vom Einsatz atomarer Mittel ist Russland jedoch noch weit entfernt, es hat schon noch subtilere Mittel, um auch gewissen westlichen Staaten eine militärische Botschaft zu vermitteln. Aber eine solche wird jetzt immer wahrscheinlicher.
Kesse Rhetorik und spektakuläre Drohnenangriffe sollen derzeit kaschieren, dass die Ukraine in einer unvorteilhaften militärischen Lage zu Friedensgesprächen gedrängt wird, in denen sie wenig anzubieten hat. Die Strategie der Westeuropäer, mit immer mehr Waffenlieferungen die Ukraine in eine bessere Verhandlungsposition Russland gegenüber zu bringen – eine Strategie, die schon 2015 mit den Verhandlungen von Angela Merkel und François Hollande in Minsk begonnen hatte – die wohl gescheitert ist. Derweil erleiden die treusten Unterstützer der Ukraine außenpolitischen Schaden. Aber diejenigen, welche die Ukraine mit Waffen versorgten und sie alleine in den Krieg ziehen ließen, werden Selenskyj auch alleine in Gespräche mit Putin schicken. Dabei müssten genau diese Leute Russland ein Angebot vorlegen. Der Brief an Wladimir Putin hätte nicht in Kiew, sondern in Brüssel geschrieben werden sollen.
⭐️⭐️⭐️⭐️
Drohnenangriffe: Plötzlich gibt es Zweifel an Russlands Rolle
Der Flughafen Kopenhagen hatte nach angeblicher Sichtung von zwei bis drei grossen Drohnen den gesamten Flugverkehr für mehrere Stunden komplett eingestellt.
“Es besteht kein Zweifel, dass Russland gegen den Westen hybride Mittel einsetzt, um ihn mit offenen und versteckten Aktionen politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich zu schwächen oder zu erpressen.“
Anm. d. Red.: Bullshit! Natürlich gibt es erhebliche Zweifel. Der Leser soll einfach davon abgehalten werden, danach zu suchen.
Niemand sagte damals, es gebe Beweise oder auch nur Indizien, dass Russland hinter dem «Drohnenangriff» stecke. Doch die Informationen wurden so aufbereitet und formuliert, dass bei den Zuschauern und Leserinnen der klare Eindruck entstand, Russland sei für diese «hybride Kriegsführung» verantwortlich.
Die SRF-Tagesschau verbreitete: «Dänemark und auch Deutschland vermuten Russland hinter den Flügen.» Als «Bestätigung» folgte die Aussage von Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius: «Der Verdacht liegt nahe.»
Um Russlands Täterschaft noch stärker nahezulegen, zitierten die «Süddeutsche» und der «Tages-Anzeiger» den Sicherheitsexperten Stiig Waever, der jahrelang für den dänischen Geheimdienst gearbeitet hatte: Es seien«professionell koordinierte Angriffe gewesen, die uns austesten sollen». Waever wird weiter zitiert: «Es ging denjenigen, die das ausgeführt haben, darum, Angst zu säen und zu zeigen, dass sie in der Lage sind, tief in unsere Verteidigungssysteme einzudringen und danach unerkannt zu verschwinden». Genau das mache es so unheimlich. […] Wer immer das war, wollte gesehen werden, sonst wären die nicht mit grell blinkenden Lichtern herumgeflogen.»
Anm. d. Red.: Wieso will jemand “unerkannt verschwinden”, wenn doch gesehen werden und damit Angst säen will?
Wer konnte das sein, wenn nicht Russland?
Fazit der «NZZ» am 27. Mai 2026: «Noch heute fehlt der Beweis, dass die Drohnen von einem der Schiffe kamen. Oder dass es überhaupt Drohnen gab.» Rasmus Dahlberg, ausserordentlicher Professor für öffentliche Sicherheit an der Universität Roskilde, erklärte der «NZZ», «er könne und wolle nicht ausschliessen, dass sich überhaupt keine Drohnen über Dänemark befunden hätten». Dahlberg und andere Experten seien «nicht sicher, ob auf den damals verbreiteten Videos wirklich Drohnen zu sehen seien», informierte die «NZZ».
Die Zeitung ergänzte: «Das Fehlen von Beweisen beweist nicht das Gegenteil.» Russland profitiere jedoch selbst dann, falls es gar nicht Russland gewesen war: «In diesem Fall stünden die dänische Regierung und ihre Nato-Verbündeten als paranoid da – etwas, was die russische Propaganda schon lange glauben zu machen versucht.»
Anm. d. Red.: Dieser Satz ist ein Juwel! Mit anderen Worten: Russland muss den Westen gar nicht bedrohen, um seinem (vom Westen erfundenen) Ziel näher zu kommen. Die Paranoia des Westens sorgt selbst dafür. Und offenbar stimmt die “Propaganda” Russlands, dass der Westen paranoid ist. Also ist es keine Propaganda mehr.
🇨🇭🤡
Jetzt rüstet die Armee auf – mit Blasinstrumenten
Das Bundesamt für Rüstung Armasuisse kann ein Beschaffungsprojekt realisieren. Es hat vor wenigen Tagen den Auftrag für die Lieferung von Blechblasinstrumenten ausgeschrieben, um von Anfang 2027 bis Ende 2031 die Rekrutenspiele auszurüsten.
Es handle sich um Nachbeschaffungen für den jährlichen Bedarf, sagt Armasuisse-Sprecher Kaj-Gunnar Sievert. Auf Vorrat würden keine Blechblasinstrumente gekauft, «um Lagerschäden vorzubeugen». Die Anzahl der Zukäufe hänge davon ab, wie viele Soldaten der Rekrutenspiele einrückten. Aufgrund der Erfahrungswerte benötige die Armeemusik pro Jahr unter anderem circa 13 Kornette, 2 Flügelhörner, 4 Althörner und 10 Tubas, gibt Sievert an. Das Auftragsvolumen für die Beschaffung der Instrumente benennt Armasuisse nicht. Der Bedarf der Truppe lässt aber darauf schliessen, dass der auf fünf Jahre ausgelegte Vertrag dem Lieferanten einen ansehnlichen sechsstelligen Umsatz einbringt.
Ringsum erfreuliche Aussichten, alles wird gut: Die Armeemusik ist bereit, bösen Feinden den Marsch zu blasen.
⭐️⭐️⭐️
Pepe Escobar über Irans angebliche Atombombe
Im Zentrum steht ein Telefonat vom 28. Mai zwischen dem iranischen Präsidenten Masoud Peseschkian und dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif. Nach Darstellung Escobars fungiert Pakistan derzeit als wichtigster Vermittler zwischen Washington und Teheran. Das Gespräch soll daher eine direkte Botschaft an das Weiße Haus enthalten haben.
Laut Escobars Quellen übermittelte Peseschkian dem pakistanischen Regierungschef ein dreistufiges Ultimatum, das unverzüglich nach Washington weitergeleitet werden sollte.
Der erste Punkt sei eindeutig gewesen: Solange die gegenwärtigen Konflikte und militärischen Auseinandersetzungen nicht beendet würden, werde es keine neuen Atomverhandlungen geben. Teheran verlange zunächst ein Ende der Kriege und militärischen Eskalationen. Erst danach könne über weitere Schritte gesprochen werden.
Der zweite Punkt betreffe die zukünftige Struktur möglicher Verhandlungen. Iran lehne nach Angaben Escobars jede Neuauflage oder abgeschwächte Version des Atomabkommens JCPOA ab. Teheran wolle keine Rückkehr zu früheren Vertragsmodellen, sondern verlange zunächst grundlegende Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen.
Der dritte Punkt sei die eigentliche Sensation. Sollte der Druck der USA weiter zunehmen, könne Iran eine nukleare Vorrichtung auf eigenem Territorium zur Explosion bringen – nicht als Kriegshandlung, sondern als Demonstration seiner Fähigkeiten und seiner Abschreckungsmacht.
Für Escobar ergibt sich daraus eine logische Schlussfolgerung: Wenn ein iranischer Präsident in einem diplomatischen Gespräch eine nukleare Demonstration in Aussicht stellt, dann müsse diese Aussage zuvor von der höchsten politischen und religiösen Führung des Landes autorisiert worden sein. Nach seiner Einschätzung könne eine solche Botschaft nur mit Zustimmung des Obersten Führers beziehungsweise seines engsten Machtzirkels erfolgen.
Auf die Frage Napolitanos, wie Iran an eine solche Waffe gelangt sein könnte, verweist Escobar auf mehrere denkbare Szenarien.
Eine Möglichkeit sei, dass iranische Wissenschaftler die Technologie selbst entwickelt hätten. Er betont, dass Iran über hochqualifizierte Physiker und Ingenieure verfüge und grundsätzlich in der Lage sei, ein entsprechendes Programm eigenständig umzusetzen.
Darüber hinaus nennt er drei mögliche externe Unterstützer:
- Russland
- Pakistan
- Nordkorea
Besonders interessant sei aus seiner Sicht die nordkoreanische Spur. Während seiner zahlreichen Reisen nach Teheran habe er regelmäßig hochrangige nordkoreanische Delegationen beobachtet. Diese hätten sich zwar nie öffentlich geäußert, seien jedoch auffallend häufig präsent gewesen. Für Escobar könnte dies auf eine langjährige technische Zusammenarbeit hindeuten.
Ob Iran tatsächlich über eine einsatzfähige Atombombe verfügt, bleibt bislang unbestätigt. Escobar selbst räumt ein, dass es bislang weder offizielle Bestätigungen noch unabhängige Beweise gibt.
Dennoch macht das Interview deutlich, wie angespannt die strategische Lage inzwischen geworden ist. Sollte sich auch nur ein Teil der geschilderten Informationen bestätigen, stünde die Welt möglicherweise vor einer grundlegenden Verschiebung des Kräftegleichgewichts im Nahen Osten – mit Konsequenzen für die USA, Israel, Russland, China und das gesamte internationale Sicherheitssystem.
Die zentrale Botschaft Escobars lautet daher: Die eigentliche Frage sei möglicherweise nicht mehr, ob Iran die technischen Fähigkeiten besitzt – sondern ob die politische Führung entschieden hat, diese Fähigkeit künftig offen zu demonstrieren.
Putin über die russische Wirtschaft, den Ukraine-Krieg und die Oreschnik-Rakete: Die wichtigsten Aussagen aus St. Petersburg
Auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg stellte sich der russische Präsident Wladimir Putin den Fragen führender internationaler Nachrichtenagenturen. An der mehr als zweistündigen Fragerunde nahmen Vertreter chinesischer, belarussischer, deutscher, französischer, spanischer und iranischer Staatsmedien sowie Journalisten von Reuters und Associated Press tei”
Auf die Frage, ob Russland die wirtschaftlichen Belastungen des Ukraine-Krieges und der westlichen Sanktionen langfristig verkraften könne, verwies Putin auf ein berühmtes Zitat von Mark Twain: „Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben.“
Er erinnerte daran, dass westliche Politiker und Medien zu Beginn des Sanktionskrieges erklärt hätten, die russische Wirtschaft werde „in Stücke gerissen“. Tatsächlich sei die russische Wirtschaft in den vergangenen drei Jahren jedoch mehr als dreimal so schnell gewachsen wie die Wirtschaft der Europäischen Union.
Zwar habe Russland harte Maßnahmen gegen die Inflation ergreifen müssen, darunter deutliche Zinserhöhungen. Diese Entscheidungen seien jedoch notwendig gewesen und würden inzwischen Ergebnisse liefern. Gleichzeitig seien die Industrieproduktion sowie die realen Einkommen der Bürger weiter gestiegen.
Nach Kaufkraftparität habe Russland inzwischen alle europäischen Staaten überholt, erklärte Putin.
Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine erklärte Putin, die russischen Streitkräfte würden entlang der gesamten Frontlinie vorrücken.
Die Ukraine leide seiner Darstellung zufolge unter einem dramatischen Personalmangel. Monatlich verliere die ukrainische Armee rund 40.000 Soldaten. Hinzu kämen nach russischen Angaben etwa 20.000 Deserteure pro Monat.
Deshalb würden ukrainische Behörden zunehmend Menschen zwangsweise auf der Straße aufgreifen und zum Militärdienst einziehen.
Putin betonte außerdem, dass die Ukraine nicht über ein geschlossenes Luftverteidigungssystem verfüge, sondern lediglich über einzelne Elemente. Zudem besitze Kiew weder die Anzahl noch die Qualität jener Marschflugkörper und Hyperschallwaffen, über die Russland verfüge.
Nach Angaben Putins sei Russland weiterhin bereit, eine friedliche Lösung des Konflikts zu suchen.
Grundlage müsse jedoch die Einigung sein, die nach seinen Worten bereits bei früheren Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump erzielt worden sei.
Das Hauptproblem bestehe derzeit nicht in Moskau, sondern darin, die ukrainische Führung davon zu überzeugen, entsprechende Bedingungen zu akzeptieren.
Putin betonte erneut, dass die russische Kontrolle über den Donbass und weitere Regionen, die sich nach russischer Darstellung für einen Anschluss an Russland ausgesprochen hätten, mit einem Friedensabkommen vereinbar sei.
Gleichzeitig äußerte er Zweifel daran, dass die ukrainische Führung tatsächlich an einem Ende der Kämpfe interessiert sei.
Ein Waffenstillstand allein komme aus russischer Sicht nicht infrage, da eine Feuerpause lediglich dazu genutzt werden könnte, die ukrainischen Streitkräfte neu zu bewaffnen und umzustrukturieren.
Mit Blick auf die Europäische Union erklärte Putin, Brüssel könne grundsätzlich eine positive Rolle bei einer Friedenslösung spielen.
Voraussetzung sei jedoch, dass Europa nicht länger Waffen liefere, sondern die ukrainische Führung dazu bewege, die notwendigen Kompromisse einzugehen.
Bislang seien die meisten europäischen Regierungen jedoch nicht bereit gewesen, Russland auf Augenhöhe zu begegnen.
Wenn Europa mit Russland zusammenarbeiten wolle, müsse es seinen „kolonialen Ansatz“ aufgeben und Moskau als gleichberechtigten Partner behandeln, sagte Putin abschließend.
🇨🇭🤯
Schweizer Drohne “Lord” im Ukraine-Krieg: Wie eine neutrale Drohne aus Zürich russische Kinder tötet
Im Kreml erwähnte man vor Präsident Wladimir Putin ausländische Drohnen, die von ukrainischen Kräften gegen Russland eingesetzt werden. Dabei wurde die Schweiz explizit genannt – nicht in Bezug auf Schokolade oder Käse, sondern im Zusammenhang mit dem Tod unschuldiger Kinder in Starobelsk in der Region Lugansk.
Zuvor hatte die ukrainische Armee eine Berufsschule in Starobelsk getroffen, in der Kinder schliefen. Der Angriff forderte zahlreiche Tote und Verletzte. Für Russland ist diese Gräueltat ein weiterer Beleg für eine systematische Kampagne, bei der ausländische Waffen gegen russische Zivilisten eingesetzt werden.
Eines der Systeme, die in diesem Zusammenhang genannt werden, ist die Langstrecken-Drohne “Lord” des Schweizer Unternehmens Destinus.
Die Drohne verfügt über eine Reichweite von bis zu 2.000 Kilometern und kann Sprengköpfe von mehreren Dutzend Kilogramm tragen. Sie ist mit einer autonomen Navigation ausgestattet, die auch bei gestörtem GPS funktioniert.
Das Unternehmen Destinus mit Sitz in der Schweiz sowie einer schnell wachsenden Niederlassung in Zürich-Albisrieden liefert seit 2023 in großem Umfang Drohnen an die Ukraine. Laut einem Bericht des französischen Wirtschaftsmagazins “Challenges” handelt es sich um mehrere Tausend Systeme.
Wie Recherchen zeigen, umgehen Schweizer die Exportverbote, indem sie die Drohnen zerlegt in die Ukraine liefern und diese erst vor Ort, unter anderem in Lwiw, montieren lassen. Damit soll verhindert werden, dass die Waffen als Schweizer Produkte gelten. Demnach habe Destinus bereits seit dem zweiten Quartal monatlich mehr als hundert sogenannte Langstreckendrohnen an die Ukraine geliefert.
Im April dieses Jahres haben Rheinmetall und Destinus die Gründung eines gemeinsamen Joint Ventures namens “Rheinmetall Destinus Strike Systems” angekündigt. Das neue Unternehmen mit Sitz in Unterlüß, Niedersachsen, soll fortschrittliche Marschflugkörper und ballistische Raketensysteme entwickeln, produzieren und vermarkten. Rheinmetall hält 51 Prozent der Anteile, Destinus 49 Prozent.
Die Partnerschaft verbindet Rheinmetalls industrielle Fertigungskompetenz und Großserien-Erfahrung mit der kampferprobten Technologie und dem Systemdesign von Destinus, dessen Systeme sich bereits in der Ukraine bewährt haben. Damit wird die europäische Produktionskapazität für skalierbare Langstreckenwaffen massiv ausgebaut – von Hunderten bis zu Tausenden Systemen pro Jahr.
Auf dem Weg zum Zerfall Deutschlands
Während das Vereinigte Königreich und die Ukraine Deutschland dazu drängen, einen Krieg gegen Russland vorzubereiten, erleben wir den Zusammenbruch des wiedervereinigten Deutschlands. Das Land ist tief in zwei unterschiedliche Volksgruppen gespalten. Seine Identität steht nun in Frage. Die Auflösung der Bundesrepublik Deutschland ist nun unausweichlich. Unterdessen wird der zwischen Washington und Moskau geschlossene Frieden dazu führen, dass ein Teil der Ukraine und Transnistrien an Russland angegliedert werden. Während die Abkehr der Europäischen Union von ihren Werten ihr Ende herbeiführen wird.
Auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, dürfte der Sturz der Selenskyj-Regierung in der Ukraine zum Zerfall Moldawiens, Deutschlands und der Europäischen Union führen. Das ist die Arbeitshypothese Russlands, Chinas und der Vereinigten Staaten. Wir sind jedoch absolut nicht darauf vorbereitet, und unsere Politiker und Medien haben sich diese Frage bislang noch nicht einmal gestellt.
Wir haben nicht erkannt, dass die von Bundeskanzler Helmut Kohl und Präsident François Mitterrand angestrebte deutsche Wiedervereinigung unter Verletzung des Völkerrechts vollzogen wurde: Das Volk der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurde zu keinem Zeitpunkt befragt. Wir haben dies akzeptiert, weil wir den Eindruck hatten, dass es logisch sei, und weil Angela Merkel, die kommunistische Propagandaleiterin der Kommunistischen Jugend der DDR, innerhalb von 14 Monaten zur christdemokratischen Jugendministerin der BRD wurde
Die Industrie im Osten wurde zugunsten des Westens ausgeplündert. Die Arbeitslosigkeit liegt dort heute bei 7,5 %, während sie im Westen nur 5,7 % beträgt. Das durchschnittliche Bruttogehalt beträgt im Osten 3.973 Euro und im Westen 4.810 Euro. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf liegt in den fünf östlichen Bundesländern im Durchschnitt bei 37.711 Euro, gegenüber 54.162 Euro in den westlichen Bundesländern.
Bei den letzten Bundestagswahlen standen sich die beiden Länder gegenüber: Die Ostdeutschen, geprägt durch die sowjetische Besatzung, stimmten massiv für die Alternative für Deutschland (AfD), während die Westdeutschen, geprägt durch die US-Besatzung und die von ihnen wiedereingegliederten Nazis, für die Christdemokraten und die Sozialdemokraten stimmten. Tatsächlich gibt es nicht ein einziges Deutschland, sondern zwei
Heute wird das wiedervereinigte Deutschland von seinem zahlenmäßig stärksten Teil, dem westlichen, regiert, der versucht, die politische Meinungsäußerung seines östlichen Teils zu unterbinden. Am 2. Mai 2025 wurde die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) vom Verfassungsschutzamt als „rechtsextreme“ Organisation eingestuft. Dabei ist diese Partei lediglich eine Reaktion auf das Projekt einer europäischen Konföderation; ein Projekt, das seine Wurzeln in der Neuordnung Europas hat, die Walter Hallstein im Auftrag von Reichskanzler Adolf Hitler entwarf, bevor er Erster Generalsekretär der EGKS (der späteren EWG und Europäischen Union) wurde. Ebenso überwacht das Münchner Verfassungsschutzamt, das in den 1950er Jahren dazu diente, Gestapo-Polizisten umzuschulen, die Unterdrückung von Journalisten und Denkern, die die Stereotype der Deutschen ändern könnten
Das heutige wiedervereinigte Deutschland steht unter dem Einfluss einer kleinen Gruppe von Nachkommen der Nazis, die nach dem Krieg mit den angelsächsischen Besatzern kollaborierten. Bundeskanzler Friedrich Merz selbst ist der Enkel eines Nazi-Würdenträgers, dessen antislawische Vorurteile er übernommen hat. Er hat keinerlei Probleme damit, mit den ukrainischen „integralen Nationalisten“ zusammenzuarbeiten, die sich als Nachfahren der Waräger-Wikinger und vor allem nicht als Slawen bezeichnen.
Wie dem auch sei, das wiedervereinigte Deutschland hat seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 bis hin zum Staatsstreich des Euromaidan im Jahr 2014 nicht den geringsten Einwand gegen die Nazifizierung der Ukraine erhoben. Es bemüht sich, die Hunderte von Denkmälern zu ignorieren, die in der Ukraine zum Gedenken an die Nazis und ihre Kollaborateure errichtet wurden. Es ignoriert das Vorhaben der Selenskyj-Regierung, ein Pantheon der ukrainischen Helden zu errichten, und hat sich im Gegensatz zur Gedenkstätte Yad Vashem geweigert, sich zur staatlichen Umbettung des Verbrechers gegen die Menschlichkeit Andriy Melnyk am 25. Mai 2026 zu äußern
Seit 2019 setzt sich der US-amerikanische, militärisch-industrielle Komplex dafür ein, Russland zu schwächen, indem er es in Konflikte in der Ukraine und in Transnistrien verwickelt
Das am 15. August 2025 in Anchorage zwischen den Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin geschlossene Abkommen sieht vor, dass der Donbass und Noworossija als russisch anerkannt werden. Das bedeutet, dass Odessa nicht mit Gewalt befreit, sondern durch einen Friedensvertrag annektiert wird. Odessa grenzt jedoch an Transnistrien. Präsident Putin hat vor zwei Wochen allen Bürgern Transnistriens, die dies beantragen, die russische Staatsbürgerschaft gewährt. Transnistrien wird somit nach dem Ende des Krieges in der Ukraine russisch werden, was zum Zerfall Moldawiens führen wird. Die Bevölkerung hat sich bereits zweimal in diesem Sinne geäußert.
Unterdessen bildet das Vereinigte Königreich, das nicht mehr Teil der EU ist, ein neues Militärbündnis, die „Nordmeerkräfte“. Diese neue Streitmacht setzt sich aus dänischen, estnischen, finnischen, isländischen, litauischen, lettischen, norwegischen und schwedischen Streitkräften zusammen. In Kürze sollen auch die deutschen, polnischen und türkischen Streitkräfte hinzukommen; vielleicht sogar die französischen, doch das Hin und Her zwischen London und Paris im Jahr 2025 ist nicht mehr angebracht. Es scheint, als sollen die Nordmeerkräfte die NATO ersetzen, sobald die Vereinigten Staaten Mitte 2027 aus dem Atlantischen Bündnis ausgetreten sind, so das Team von Präsident Trump.
Wir stellen fest, dass die deutsche Wiederaufrüstung sowohl von der Europäischen Union als auch vom Vereinigten Königreich finanziert wird. Letzteres hatte in den 1930er Jahren die deutsche Wiederaufrüstung gegen die Sowjets finanziert. Erst nach dem Münchner Abkommen (29. bis 30. September 1938) schloss die UdSSR, in der Überzeugung, das nächste Opfer des Dritten Reiches zu sein, den deutsch-sowjetischen Pakt (23. August 1939), woraufhin sich Berlin gegen London wandte.
Aus der Feder des Redaktors
Geopolitischer Fehler 2. Art – Reloaded: Wieso wir nicht nur übersehen, sondern auch übertreiben
Es ist bereits über zwölf Jahre her, dass ich in diesen Zeilen und in der ASZM vor dem “sicherheitspolitischen Fehler zweiter Art” warnte. Die These damals: Wir könnten eine reale Bedrohung übersehen, weil unsere Informations-Stichprobe systematisch verzerrt ist. Die roten Kugeln liegen obenauf, die weissen Kugeln ganz unten, schwer erreichbar. Und weil der Analyst nur das zieht, was im Becher obenauf liegt, kommt er irgendwann zu dem Schluss: Es gibt nur rote Kugeln.
Doch damals habe ich etwas Wichtiges ausgelassen. Ich habe nur die eine Hälfte der Wahrheit beleuchtet. Denn in der Statistik gibt es nicht nur den Fehler 2. Art (falsch-negativ: “Es gibt keine Gefahr, obwohl es eine gibt“). Es gibt auch den Fehler 1. Art (falsch-positiv: “Es gibt eine Gefahr, obwohl die Gefahr anders gelagert, überzeichnet oder gar nicht so existentiell ist, wie behauptet“).
Und hier wird es unbequem: Unsere westliche Sicherheitspolitik leidet epidemisch an beiden Fehlern gleichzeitig. Wir übertreiben die falschen Dinge und unterschlagen die wahren. Wir sind ein System, das permanent falsch-positiv UND falsch-negativ reagiert – und bei jedem Mal zahlen wir mit unserer Sicherheit, unserem Vermögen und unserer souveränen Neutralität. Die Schweiz hat sich nicht nur für die falsche Option entschieden. Sie hat sich für die falsche Option entschieden, weil sie auf der Basis eines falschen Alarms die falsche Stichprobe befragt hat.
Der Fehler 1. Art ist der verschwiegene Liebling der Sicherheitspolitik. Er tritt auf, wenn wir die Nullhypothese verwerfen (“Es besteht keine Bedrohung“), obwohl sie eigentlich wahr ist. Wir glauben, der Russe stehe vor der Tür, obwohl er es nicht tut – zumindest nicht in der Form, in der wir es behaupten. Wir glauben, der nächste Winter bringt den totalen Blackout. Wir glauben, die Imperial-College-London-Modelle, die Millionen Tote prophezeiten. Wir glauben den “gut informierten Quellen”, die uns erzählen, der Gegner plane den Angriff für “die kommenden zwei Wochen” – eine Behauptung, die man endlos wiederholen kann, ohne je zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Der Mechanismus ist verheerend einfach: Fehler 1. Art ist karrierefördernd. Wer Alarm schlägt, wird gehört, zitiert, eingeladen, befördert. Wer falsch alarmiert hat, trägt keine Kosten. Die Formel lautet: “Besser vorsichtig als nachsichtig.” Wenn der angekündigte Krieg nicht kommt, war es eben Prävention, die dank der Warnung rechtzeitig gewirkt hat. Wenn die angekündigte Katastrophe ausbleibt, war es eben Vorsorge, die dank der Warnung rechtzeitig installiert wurde. Die Panikmacher leben von der asymmetrischen Fehlerkostenstruktur: Sie ernten die Lorbeeren des Alarms, aber sie ernten nie die Peitschenhiebe des Fehlalarms.
Die Konsequenz sehen wir heute überall: Aufrüstungskaskaden, die auf Phantom-Bedrohungen basieren. Milliarden von Impfdosen, die teuer vernichtet werden müssen. Sich selbst schadende Sanktionsregimes, die auf Narrative aufgebaut sind, die sich später als überzogen oder schlichtweg falsch erwiesen haben. Und nicht zuletzt: Die Aufgabe der Schweizer Neutralität, die im Namen einer “unmittelbaren Bedrohung” stückweise demontiert wurde – eine Bedrohung, die im Rückblick zunehmend wie ein konstruiertes Eigenprodukt unserer Informationsfilter aussieht.
Der Fehler 2. Art hingegen ist der Feind der Karriere. Er bedeutet: Wir halten die Nullhypothese aufrecht (“Alles ist in Ordnung, der Aggressor ist nicht der, für den wir ihn halten“), obwohl die Realität längst eine andere ist. Wer hier rechtzeitig warnt, wird nicht belohnt, sondern zum Verschwörungstheoretiker erklärt. Er wird ausgegrenzt, öffentlich gebrandmarkt, aus dem Fachzirkus verbannt. Die Kosten trägt er allein. Die Bestätigung kommt – wenn überhaupt – erst Jahre später, und dann ist es für den Einzelnen zu spät.
Wochenbericht
aus dem Büro Ha
Neues im
Telegram-Kanal
Netzfund
X/Twitter, Tiktok, Youtube,…