
Weitere Netzfunde in der wöchentlichen Zusammenstellung.
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Reflections on the New Year – and Jacques Baud
2025 was a year that flew by faster than almost any other before it. A lot has changed—unfortunately for the worse.
As exciting as life is for a geopolitical observer, it is devastating for millions of people who find themselves caught in the web of many conflicting interests and have to watch as their lives and those of their loved ones, their children, mothers, fathers, and neighbors are destroyed.
The latest example, which has a name and is well known, is Jacques Baud, who, as the most objective military analyst, was ultimately sanctioned by the EU for committing two crimes: firstly, his analyses were correct, and secondly, they did not correspond to the grotesque wishful thinking of the unelected ladies and gentlemen in Brussels.
We recently described the EU as a criminal organization in connection with the theft of Russian assets. Now, as a proud Swiss citizen—but for how much longer?—I have to admit that our government has not only disqualified itself by following Brussels’ lead, but has also allowed a Swiss citizen to be thrown to the wolves, failed to fulfill its duty to protect, and thus demonstrated that even the most objective expert opinions no longer deserve protection from the Swiss government.
How do I justify this incredible accusation? – First, the Swiss ambassador in Brussels not only failed to contact Jacques Baud immediately when she learned (December 12) that Jacques Baud would be sanctioned on December 15, but also refused to talk to him when he proactively contacted his country’s embassy. The Swiss Federal Council did not deem it necessary to put the Baud case on the agenda of the Federal Council meeting when it learned that this Swiss patriot, who had served the Swiss Confederation all his life, was to be sanctioned. To me, this borders on treason, and I believe that every single member of the Federal Council, the FDFA, and all employees involved in the Swiss representation in Brussels are liable to criminal and civil prosecution.
Iran Acknowledges It is at War With the West… Putin Puts the West on Notice
The breaking news story in the Saturday edition regarding Iran strikes me as part of an information operation to create a new justification for Israel and the US to attack Iran. The article, Iran declares ‘total war’ against US, Israel and Europe as Islamic Republic seeks to expand nuclear capabilities, is deliberately misleading. Here is what Iranian President Pezeshkian actually said:
In my opinion, we are at total war with the United States, Israel and Europe. They want to bring our country to its knees. This war is worse than the one launched against us by Iraq. On closer inspection, it is far more complex and difficult.
Iran did not declare war on the West… Pezeshkian, like any sane man, simply acknowledged the reality that the US, Israel and Europe have committed acts of war against Iran — militarily, economically and politically. And what is the NY Post doing publishing this on the eve of Bibi Netanyahu’s visit to Mar-a-Lago on Monday? Stoking the fires for renewed attacks on Iran with a completely dishonest headline. Given the fact that the Post is notorious for carrying water for the Zionists, I believe that the impetus for pulishing the story with that outlandish headline came from those Israelis still eager to destroy Iran who want to put pressure on Donald Trump to take another swipe at Iran.
The blockbuster from the meeting was Putin’s firm rejection of the Western proposal that Russia should cede some territory to Ukraine. Putin said:
Given the pace of the advance, Russia’s interest in (voluntary) withdrawal the Armed Forces of Ukraine from the occupied territories is reduced to zero.
National Security Strategy – Verbalkosmetik und keine Richtungsänderung
Es wurde erwartet, dass eine neue globale Lagebeurteilung dazu führen werde, dass US-Militärressourcen aus Europa und wahrscheinlich auch aus Asien zurück in die Vereinigten Staaten verlagert würden. Passiert ist das inzwischen jedoch nicht. Warum nicht, erklärt die neue NSS 2025, wie wir nachstehend erläutern.
Am 14. Oktober 2025 hatte die Rand Corporation ein Strategiepapier mit dem Titel „Stabilizing the U.S.-China Rivalry“ veröffentlicht, wonach von einer möglichen wirtschaftlichen Kooperation der USA und Chinas zum gegenseitigen Vorteil hätte geträumt werden dürfen.
Im Grunde handelt es sich bei der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie des Weissen Hauses unter Donald Trump um eine sprachlich und propagandistisch modifizierte Neuausgabe der alten Wolfowitz-Doktrin.
Die Wolfowitz-Doktrin besagt also, dass die politische und militärische Mission der USA in der Zeit nach dem Kalten Krieg darin bestehen wird, sicherzustellen, dass in Westeuropa, in Asien oder auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion keine rivalisierenden Mächte entstehen können – im Grunde genommen überall auf der Welt. Es geht darum, einen kollektiven Ansatz grundsätzlich abzulehnen. Die USA wollen nicht, dass irgendeine Nation oder ein Staatenbund ihre weltweite Vorherrschaft untergräbt.
Warum wird also dieser Ladenhüter jetzt wieder prominent in den Vordergrund gestellt und neu aufpoliert? Der Grund liegt darin, dass angesichts der verloren gehenden kinetischen Kriege, angesichts der verloren gehenden Wirtschaftskriege sowie der erheblichen Gefahr, dass sich die Menschen trotz der unablässigen Propagandawelle beginnen, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen, der Krieg um die Köpfe der Menschen in den Vordergrund rückt.
Das ist der Sinn der NSS 2025. Und die Methodik dieses Strategiepapiers folgt bekannten psychologischen Manipulationsmethoden. Die gesamte Abhandlung ist absichtlich voll von Widersprüchen, indem sie beiläufige Zitate („throwaway quotes“) anführt und dann ausführlich erklärt, dass genau das Gegenteil tatsächlich der Fall ist. So wird gezielt ein Zustand der kognitiven Dissonanz hergestellt.
Die Autoren der NSS 2025 benutzen also widersprüchliche Aussagen, um ihr Narrativ zu schützen: kurze gefühlsmässig naheliegende Obersätze (wir rüsten ab und sind für Frieden) dienen als Alibi und transportieren die eigentlich gewünschte Botschaft (wir müssen, um den Frieden zu wahren, überall in der Welt dominant sein, sonst gibt es wieder Krieg). Wer sich über die „angebliche“ innere Widersprüchlichkeit des Papiers lustig macht, verkennt die Methodik und den Ernst der Lage.
Warum Russland in Afrika immer stärker wird
Demografisches Potenzial bildet die Grundlage dieses Wachstums. Laut UN werden bis zum Ende des 21. Jahrhunderts mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung in afrikanischen Ländern leben. Darüber hinaus spielen die umfangreichen Ressourcen des Kontinents und seine hohen Wirtschaftswachstumsraten eine Rolle. Diese Dynamik schafft einen großen und wachsenden Konsummarkt sowie einen Bedarf an Entwicklung in den Bereichen Infrastruktur, Technologie und Soziales. Das schafft eine objektive Grundlage für das Interesse ausländischer Partner, darunter Russland.
Unter diesen Bedingungen bietet Russland Afrika ein Kooperationsmodell an, das auf den Prinzipien der souveränen Gleichberechtigung, der Nichteinmischung und des gegenseitigen Nutzens beruht, was bei vielen afrikanischen Staaten Anklang findet. Die Zahl der Kooperationsbereiche wächst: vom Handel bis zur Sicherheit, von der Unterstützung beim Bau von Kernkraftwerken bis zur Bildung, von der Nahrungsmittelversorgung bis zur Digitalisierung.
Russland exportiert Lebensmittel, Düngemittel, Energie und Metallprodukte nach Afrika. In den letzten Jahren ist ein Trend zu verzeichnen, dass immer mehr Lieferungen in Länder südlich der Sahara gehen (früher ging der Großteil der Exporte nach Ägypten und in die Länder Nordafrikas). Ihr Anteil an den Exporten stieg laut einer Analyse des Zentrums für Afrikastudien auf Basis von gespiegelten Daten von 36 Prozent im Jahr 2021 auf 45 Prozent im Jahr 2024. Gleichzeitig bestehen Russlands Importe aus Afrika hauptsächlich aus Agrarprodukten (Kakaobohnen, Zitrusfrüchten, Kaffee, Datteln, Tee und Blumen) sowie Seltenen Erden. Ich bin der Meinung, dass es Potenzial für ein Wachstum des bilateralen Handels gibt – unter anderem durch die Steigerung der Importe anderer Güter aus Afrika.
In diesem Jahr wuchs auch die Zahl der Kontakte in den Bereichen Wissenschaft und Bildung weiter. Angesichts des wachsenden Anteils junger Menschen auf dem Kontinent (bereits heute sind 70 Prozent der Einwohner Afrikas unter 30 Jahre alt) ist die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte von entscheidender Bedeutung. Gleichzeitig fördert die Zusammenarbeit bei der Bildung auch andere Bereiche wie Handel, Industrie und Landwirtschaft. 2025 studieren über 32.000 afrikanische Studenten an russischen Universitäten, 5.300 davon mit staatlicher Förderung. Übrigens hat die Zahl der afrikanischen Studenten, die in Russland einen Universitätsabschluss gemacht haben, bereits die Zahlen aus der Sowjetzeit übertroffen.
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Warum die EU aus dem gleichen Grund untergehen wird, wie der Ostblock
Die Führungen der sozialistischen Länder verstanden die Probleme in ihren Ländern nicht, waren vom einfachen Volk entrückt und abgeschottet und glaubten den geschönten Erfolgsmeldungen ihrer eigenen Propaganda und ihrer Apparatschiks, die oft geschönte Daten „nach oben“ meldeten, anstatt auf bestehende Probleme hinzuweisen. Die Probleme wuchsen und die Führungen der Länder bemerkten das kaum, bis sich der Unmut der Menschen Bahn brach und die Systeme kurzerhand hinwegfegte.
All das weist große Parallelen zur heutigen Lage in der EU auf. Für die Führungen des Ostblocks stand ihr System an erster Stelle und beim Versuch, das System zu retten, haben sie nicht mehr an die Menschen gedacht. In der EU passiert heute im Grunde das Gleiche.
Das Wort „Datenschutz“ – vor 2019 ein in den Medien ständig präsentes Thema – ist aus dem medialen und politischen Diskurs weitgehend verschwunden. Stattdessen wird heute in der EU ganz offiziell an einem Gesetz gearbeitet, nach dem die KI alle Chatnachrichten lesen soll, was offiziell mit dem Kampf gegen Kinderpornografie begründet wird. In Berlin wurde ein Gesetz eingebracht, nach dem die Polizei fast schon routinemäßig heimlich in Wohnungen eindringen und dort Abhörmaßnahmen installieren darf. In Großbritannien werden jedes Jahr tausende Menschen wegen Posts in sozialen Netzwerken verhaftet. Und so weiter und so fort.
Angebliche Grundrechte wie Unverletzbarkeit der Wohnung, Telefon- und Briefgeheimnis und so weiter bestehen im Westen mittlerweile nur noch auf dem Papier.
Wie seinerzeit die Länder des Ostblocks begründet die EU die massenhafte Überwachung der Menschen und die immer radikalere Unterdrückung von abweichenden Meinungen mit einer Gefahr für das System.
Nur die Formulierungen haben sich verändert, denn die EU spricht als Rechtfertigung für all das von der Notwendigkeit, „unsere gemeinsamen Werte“ schützen müssen, während der Ostblock Überwachung und Unterdrückung mit dem Kampf gegen „reaktionäre und konterrevolutionäre Kräfte“ gerechtfertigt hat.
Und beide haben exakt gleich argumentiert: Wer nichts zu verbergen hat, der kann auch nichts dagegen haben, dass man ihn überwacht. Das sei ja nur zum Besten der Menschen. Mit anderen Worten: zum Schutz vor jenen, die das System kritisieren und damit eine Gefahr für das System darstellen.
Längst sind die „gemeinsamen Werte“, also das System, wichtiger als alles andere. Für diese „Werte“ müssen in der Ukraine Millionen Menschen sterben. Für diese Werte müssen die Menschen in der EU bereit sein, auf Wohlstand und Sozialleistungen bis hin zu Renten und kostenloser medizinischer Versorgung zu verzichten. Für diese „Werte“ müssen die Menschen Einschränkungen ihrer angeblich unantastbaren Grundrechte wie dem Recht auf Privatsphäre und Meinungsfreiheit hinnehmen.
Der Erhalt des eigenen Systems ist in der EU zum Selbstzweck geworden, während die Probleme der Menschen inzwischen exponentiell wachsen, was aber in den europäischen Eliten niemanden interessiert.
Genau daran ist der Ostblock gescheitert. Und daran wird auch die EU scheitern. Die Frage ist nicht mehr, ob das passiert, sondern nur noch wann.
Und die nächste Frage wird sein, was danach kommt.
Warum Europa sich wieder der Gefahr eines Atomkrieges bewusst werden muss
Die Führung der EU setzt ungebremst auf eine Eskalation des Konfliktes mit Russland. Der Grund dafür ist, dass man in der EU die Angst vor einem Atomkrieg verloren hat und ihn für ein unrealistisches Szenario hält. Diese Ignoranz erhöht aber sogar die Gefahr eines Atomkrieges.
Europas Kriegshysterie und Kriegsvorbereitungen programmieren ein Szenario für einen Zusammenstoß. Die Hysterie erzeugt das Feindbild und Unfähigkeit zu dialogorientiertem oder diplomatischem Denken, während die Kriegsvorbereitungen ein trügerisches Gefühl von Sicherheit oder gar Überlegenheit erzeugen (in letzterem sind die europäischen Eliten besonders gut). Auf dieser Grundlage könnte der wirtschaftliche Konfrontationskurs Europas zu militärischen Provokationen eskalieren (dem Versuch, die Ostsee zu sperren, Kaliningrad zu blockieren, in internationalen Gewässern Tanker mit russischem Öl zu kapern), auf die Russland entweder mit filigranem Geschick bei der Anwendung asymmetrischer Maßnahmen oder mit einer militärischen Reaktion reagieren müsste.
All diese Phasen haben wir in der Ukraine buchstäblich gerade erst durchlaufen.
Im Laufe des Jahres hat die EU systematisch die letzten Brücken zwischen Europa und Russland abgebrochen.
Ursula von der Leyens zweite EU-Kommission wurde im Herbst 2024 genau zu diesem Zweck gebildet. Zum ersten Mal in der Geschichte der EU wurde das Amt eines EU-Kommissars für Verteidigung geschaffen. Das verdeutlicht den Anspruch der EU-Kommission, die militärische und politische Ausrichtung von ganz Europa zu bestimmen. Brüssel nutzt die völlige Willensschwäche des derzeitigen deutsch-französischen Tandems, das historisch die treibende Kraft der EU war, aus und hat begonnen, den Mitgliedstaaten diese Funktionen schnell zu entreißen. Das geschieht faktisch in Form einer feindlichen Übernahme oder eines schleichenden bürokratischen Putsches.
Am wichtigsten ist jedoch, dass das gesamte Trio der Präsidentin der EU-Kommission gegenüber uneingeschränkt loyal ergeben ist und ohne ihre Unterstützung in Europa kaum politischen Einfluss besitzt. Somit werden die Vorbereitungen für die Konfrontation mit Russland von Personen geleitet, die eingefleischte russophobe Ansichten vertreten und vollständig der Präsidentin der EU-Kommission unterstehen.
Die Idee der totalen Konfrontation mit Russland auf allen Ebenen nahm 2025 als Kernstück des neuen europäischen Projekts Gestalt an, der technokratischen supranationalen Organisation, zu der sich EU und NATO durch Mutation und Verschmelzung rasch entwickeln.
Das erklärt, warum die Konfrontation mit Russland von einem Großteil der heutigen europäischen Elite so bereitwillig unterstützt wurde. Sie verstehen (oder spüren instinktiv), dass das europäische Projekt heute kein anderes einigendes Ziel mehr hat. Und wenn die EU nicht mehr gezwungen ist, sich angesichts eines äußeren Feindes zu vereinen, wird Europa zerfallen.
In Europa gibt es heute sehr viele Liebhaber des Lateinischen und alle wiederholen bedeutungsvoll den Spruch: Si vis pacem para bellum! („Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor!“). Sein antiker Beigeschmack verleiht dem Sprecher einen Hauch von Intellektualität, unabhängig davon, wie intelligent er tatsächlich ist.
Allerdings zeigt die Geschichte, dass die Vorbereitung auf Krieg normalerweise geradewegs zum Krieg führt.
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