
Weitere Netzfunde in der wöchentlichen Zusammenstellung.
The European matryoshka of irrelevance
No one ever lost money betting on the politically suicidal instincts of post-Orwellian EU – that acronym for a virtual Europe.
Call them juvenile bipolar psychos or a bunch of yapping chihuahuas: no Jupiterian or Mercurial voice of reason has been capable to impart to the “leadership” in Brussels and their vassals in most European capitals – yes, there are healthy exceptions – that losers in wars do not dictate terms.
And still those War Council luminaries – with a special starring role for the toxic Pfizer Medusa and her Estonian sidekick unable to even manage a herring stall in the Baltics – insist that essentially the mega-corrupt gang in Kiev must prevail, to the last Ukrainian dead, and on top of it dictate the final terms of their non-surrender.
Reality begs to differ. Plan A was never to talk, much less negotiate with Russia. And still there’s no Plan B.
So after the 28-pointer Theater of the Absurd – which is not even Trump’s plan, but a mish mash concocted by the Witkoff-Dmitriev duo plus “insights” from neo-con Rubio and toxic Zionist asset Jared Kushner – the cross-yapping went ballistic, leading to an emergency “counter-plan” that is, what else, a Loser’s Manifesto.
Even Rubio allowed himself a shining moment: “What plan?” Might as well call it The Euro-kiss of Death.
Russia, meanwhile, behaves like Lao Tzu surrounded by rabid stray dogs. The conditions for a negotiation have been set in detail by Putin since June 2024. These are non-negotiable, and would allow the negotiation to start: Kiev withdraws from the four regions and formally pledges to never enter NATO.
One of the EU’s “counter-plan” points is a 30-day ceasefire, with all territorial disputes to be debated afterwards. So that means everything frozen on the current front line, and no Ukraine withdrawal from the parts of Donbass they still occupy.
None of that – and much more – is remotely acceptable to the actual winner of the war, Russia. It would not be acceptable even if NATO troops were entering Moscow tomorrow.
So the “counter-plan”, elaborated in conjunction with the unimaginably corrupt Kiev combo, is essentially a sabotage op to buy some extra time and buy some $6 trillion in – American – weapons – for their amply avowed Forever War. Fine with Moscow – as the SMO will keep going on, rolling thunder mode.
So what the “counter-plan” proposes – obviously redacted by a bunch of Eurocrats who cannot even fire a pistol properly – is a replica of the exact blueprint that led to the battlefield opened in February 2022.
Russia once again is playing it with boundless patience. The Trump plan which is not really Trump’s is diplomatically regarded as a “good foundation” for further serious negotiations – with the yapping crowd having no access to the table. That’s it – at best.
The “counter-plan” should also be seen as a diversionist tactic now that the dark pit of corruption in Kiev starts to be pried upon by the NABU investigation – even as Russian UN representative Nebenzya had been warning the UN Security Council since forever that “you were dealing with a corrupt gang that is profiting from the war”.
Nebenzya also correctly observed that not a single Western country has said a word about the corruption scandal in Kiev. Of course: because a proper investigation will inevitably follow the corruption chain of command all the way to decision making circles in Washington and in Brussels.
Everyone with an IQ over room temperature knows that the NATO regime in Kiev runs on theft and outright plunder. The lights are now off. Heating is mostly off. The army is steadily collapsing all along the 1,200+ km frontline.
Yet the EU elites – the set up in Brussels just follows their orders – have invested no holds barred in the inevitable (in their dreams) collapse and looting of Russia. That’s why there was never a Plan B.
If the EU folds now, if they admit they are the irretrievable losers in this absurdist adventure, the economic collapse will be epic. The EU/NATO combo cannot but play the role of pathetic yapping chihuahuas. That’s the price you pay for a matryoshka of supreme stupidity: to provoke and threaten a superpower with the most advanced nuclear and hypersonic arsenal on the planet.
Are European Leaders Being Manipulated By NATO?
The European leaders are ignorant and are the puppets of NATO. They are too stupid to see that the Neocons are manipulating them.
This nonsense that Ukraine should not be split is insane. That was the ONLY way to stop the ethnic killing in Yugoslavia. Czechoslovakia split in two as well.
The Minsk Agreement, which even Germany signed, was to allow the Donbas to vote. Merz refusal to honor the word of Germany is dooming Europe to World War III. If they reall want peace, surrender the Donbas. Else, then sacrifice all of Europe to a third world war. There will NEVER be peace with Russia because people like Kallas hate the Russian people.
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Zum Glück bleibt Putin rational – es gibt neben ihm auch Hardliner
Sergey Karaganov ist nicht irgendjemand, sondern ein einflussreicher russischer Politikwissenschaftler und außenpolitischer Analytiker. Er war laut verschiedenen Quellen außenpolitischer Berater unter Boris Jelzin und Wladimir Putin und gilt als einer der zentralen Theoretiker und Stratege der russischen Außen- und Sicherheitspolitik. Er hat sowohl akademisch als auch politisch großen Einfluss, vor allem in Fragen, wie Russland seine Macht im sogenannten „nahen Ausland“, seine Rolle in Eurasien und seine nuklearen Abschreckungsstrategien sieht. In ideologischer Hinsicht vertritt er geostrategisch-eurasische Vorstellungen, welche Russland als zentrales eurasisches Machtzentrum sehen, das sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitspolitisch eine große Rolle in einem multipolaren Weltordnungsmodell spielen sollte. “
Karaganov wird in der westlichen und russischen Analyse oft als Hardliner in der Sicherheitspolitik bezeichnet und geht in verschiedenen Fragen erheblich weiter als beispielsweise der ehemalige Staatspräsident Dmitry Medvedev, der ab und zu auch mit markigen Aussagen auffällt. Einig sind sich Medvedev und Karaganov darin, dass Russlands Nachbarschaft als russischer Einflussbereich zu gelten habe. Beide sehen Russland in einer geopolitischen Konkurrenz mit dem Westen, aber Karaganov ist deutlich radikaler und ideologisiert die Konkurrenz zum Westen. Er sieht Russland in einem Kampf der Zivilisationen mit dem Westen. Im Verhältnis zu den anderen Republiken der ehemaligen Sowjetunion ist Karaganov auch viel stärker imperialistisch gefärbt: Die Wiederherstellung russischer Großmachtrolle sei eine historische Mission und der Schutz ethnischer Russen in den ehemaligen Sowjetrepubliken habe zum Ziel, Russland den politischen Einfluss in diesen Regionen zu sichern („Karaganov-Doktrin“).
Medvedev und Karaganov vertreten die Auffassung, dass die USA und die NATO versuchen, Russland strategisch zu schwächen – und dass Russland dem aktiv entgegentreten müsse, wobei Karaganov eine post-völkerrechtliche Position vertritt: Russland solle sich nicht durch „westliche völkerrechtliche Normen“ binden lassen. Damit steht er klar im Gegensatz zur Medvedev-Doktrin, welche den Vorrang der fundamentalen Prinzipien des Völkerrechts vor nationalen Interessen anerkennt, vor allem die Charta der Vereinten Nationen.
Am meisten Staub wirbelte Karagaov mit der Forderung nach Erstschlägen mit operativ-taktischen Kernwaffen auf: Die europäischen Eliten seien nur mit der Aussicht auf körperlichen Schmerz zur Vernunft zu bringen. Dabei ist aber zu beachten, dass der Einsatz von Atomwaffen durch die russische Regierung nach wie vor an sehr eng begrenzte gesetzliche Rahmenbedingungen gebunden ist. Implizit räumte das kürzlich auch Dmitry Medvedev ein, als er im vergangenen Sommer als Antwort auf Trumps Drohungen mit Atom-U-Booten auf das System der sogenannten Toten-Hand, das heißt des Perimetr-Systems verwies. Dieses System ermöglicht es auch nachgeordneten militärischen Kommandostellen, nach einem Atomschlag gegen die politische und militärische Führung Russlands einen nuklearen Gegenschlag auszulösen. Damit hat Medvedev darauf hingewiesen, dass ein Enthauptungsschlag gegen Russland keinen Erfolg haben werde. Das ist eben der Unterschied zwischen Abschreckung und Dissuasion. Hier zeigt sich erneut der Unterschied zwischen der Haltung des Kremls und jener Karaganovs, der eine nukleare Eskalation für ein legitimes Mittel hält, um den Westen einzuschüchtern.
Sollte Russland den Wunsch hegen, seine militärischen Möglichkeiten gegenüber der NATO zu demonstrieren, gibt es eine Fülle von Optionen weit unter der nuklearen Schwelle. Grundsätzlich kann Russland kinetische Schläge austeilen, welche materiellen Schaden anrichten, oder nicht-kinetische Mittel einsetzen, beispielsweise im Bereich der elektronischen Kriegführung oder der Computer-Netzwerk-Operationen. Durch solche Maßnahmen kann es die Nutzung wichtiger Infrastruktur erschweren oder gänzlich unterbinden. Russland kann auf dem Staatsgebiet seiner Widersacher zuschlagen, auf Hoher See oder auf dem Gebiet von Drittstaaten, was mit verschiedenen Etappen der Eskalation verbunden ist. Und schließlich kann Russland mit verdeckten Mitteln oder offen vorgehen. Eine erste Stufe der Eskalation wäre wohl eine nicht-kinetische Maßnahme auf Hoher See durch verdeckt operierende Kräfte, die sich wohl darin äußern würde, dass man auf einem Schiff des Kontrahenten einmal Radar und Funkverbindungen stört. Dass Russland das kann, hat es in der Vergangenheit schon unter Beweis gestellt. Denkbar ist auch ein Schlag gegen westliche Streitkräfte dort, wo sie offiziell nicht sein sollten.
Zumindest ein Teil der westeuropäischen Militärs ist sich der tatsächlichen Kräfteverhältnisse durchaus bewusst und steht der Panikmache wegen einer angeblich drohenden russischen Invasion Westeuropas skeptisch gegenüber. Der ehemalige Inspekteur der Bundesmarine, Admiral Kay-Achim Schönbach brachte das in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Interview explizit zum Ausdruck: Er glaube nicht an russische Panzerkeile in Mitteleuropa.
Jetzt soll die Gelegenheit genutzt werden, um die angeblich vernachlässigten westeuropäischen Armeen wieder auf Vordermann zu bringen. Schon das Narrativ von vernachlässigten westeuropäischen Armeen ist aber kritisch zu betrachten. In Tat und Wahrheit haben die Europäer in etwas kleinerem Maßstab als die USA, seit dem Ende des Kalten Kriegs Expeditionsstreitkräfte aufgebaut, die weit außerhalb des NATO-Bündnisgebiets intervenieren sollen. Berufsarmeen sind entstanden, Sonderoperationskräfte wurden ausgebaut und anderes mehr. Die Royal Navy hat die beiden größten Kriegsschiffe in ihrer Geschichte in Dienst gestellt, auf welchen Mehrzweck-Kampfflugzeuge wie der Tarnkappen-Bomber F-35 stationiert sind. Frankreich hat den einzigen Flugzeugträger mit Atomantrieb außerhalb der USA in Betrieb genommen, mit praktisch unbegrenzter Reichweite. So ein teures Schiff baut man nicht einfach so, sondern, um weltweit militärische Macht projizieren zu können. Es wurden Expeditions- Luftangriffsverbände aufgestellt, mit Tarnkappen-Kampfflugzeugen, die unentdeckt in fremde Lufträume eindringen können. Mit der sogenannten Multi-Domain Task Force der US-Army, die im Grunde eine verstärkte strategische Raketenbrigade darstellt, werden die USA in der Lage sein, Breschen in Verteidigungsdispositive zu schießen, um sich gegen Widerstand den Zugang zu fremden Territorien, Lufträumen und Seegebieten zu erzwingen. Das alles hatte und hat nichts mit Landesverteidigung zu tun. Solange die „großen Drei“ Westeuropas, Frankreich, Deutschland und Großbritannien keine Wehrpflichtigen-Heere zur Territorialverteidigung aufstellen, wirken die Verlautbarungen über Verteidigung gegen eine russische Invasion wenig glaubwürdig. Jetzt will man die Gelegenheit nutzen, den Weg der globalen militärischen Dominanz weiter zu beschreiten.
Sergey Karaganov ist kein einsamer Rufer in der Wüste, sondern repräsentiert eine Strömung in der politischen Landschaft Russlands, die einen härteren Kurs gegenüber dem Westen fordert, als Präsident Putin zu fahren bereit ist. Für den Westen ist es wichtig zu wissen, dass eine ablehnende Haltung gegenüber dem Westen im heutigen Russland eine Anhängerschaft besitzt, welche den Kurs der russischen Außen- und Sicherheitspolitik mit und ohne Putin bestimmen kann. Das sollte die Erwartungen an eine Regimewechsel-Strategie dämpfen.
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Bundesrat setzt interdepartementale Arbeitsgruppe gegen Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation ein
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 26. November 2025 das VBS beauftragt, die Interdepartementale Arbeitsgruppe Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation einzusetzen. Ziel ist, die Koordination von Arbeiten zur Bekämpfung von Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation innerhalb der Bundesverwaltung sowie möglicher Gegenmassnahmen zu stärken. Damit setzt der Bundesrat Massnahmen aus seinem Bericht «Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation» in Erfüllung des Postulats 22.3006 der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats um.
Beeinflussungsaktivitäten wollen die Wahrnehmung, das Denken und das Handeln von Personen und Gesellschaften manipulieren. Gewisse Staaten setzen Beeinflussungsaktivitäten gegen die Schweiz ein. Dazu gehören beispielsweise Desinformation, Propaganda und transnationale Repression, die darauf abzielen, Schweizer Institutionen als dysfunktional darzustellen, das Vertrauen in die Demokratie zu schwächen oder Menschen einzuschüchtern. Solche Aktivitäten sind Teil der hybriden Konfliktführung.
Anm. d. Red.: So nun aber mal Tacheles, lieber Bundesrat! Welche “gewissen Staaten” setzen denn Beeinflussungsaktivitäten gegen die Schweiz ein”? Wo sind die Beweise? Wie will der Bundesrat bzw. diese “Interdepartementale Arbeitsgruppe” wissen, welches die Wahrheit ist und welches Desinformation? Welche Gegenargumente hat denn der Bundesrat um zu beweisen, dass die Schweizer Institutionen NICHT dysfunktional sind? Wird Vertrauen in die Demokratie nicht gerade durch solche Gründungen unterwandert? Und wenn dies alles Teil der “hybriden Konfliktführung” sein soll, sind wir denn schon im Krieg? Nochmals: mit wem?
Ich sage ja nicht, dass diese es diese Beeinflussungsaktivitäten nicht gibt. Ich stelle aber in den Raum, dass es eben auch diese Beeinflussungsaktivitäten sein könnten, welche diese Gegenmassnahmen initiieren und damit der Lüge zum Durchbruch zu helfen.
Grundsätzlich ist es eben stets die Lüge, welche die Macht des Staats benötigt, um aufrecht zu stehen. Und es wurde bisher noch immer die Wahrheit verboten.
Mit wachsenden geopolitischen Spannungen dürften auch Beeinflussungsaktivitäten gegen die Schweiz weiter zunehmen. Dagegen will der Bundesrat vorgehen und hat deshalb die Interdepartementale Arbeitsgruppe (IDAG) Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation ins Leben gerufen. Ziel ist, die Arbeiten innerhalb der Bundesverwaltung zum Thema Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation zu stärken.
Anm. d. Red.: “dürften zunehmen” – wie bitte? Nehmen sie nun zu und der Bundesrat hat Beweise oder bleibt es eine Vermutung?
Und was sind dies genau für “Arbeiten innerhalb der Bundesverwaltung zum Thema Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation”? Was muss man sich darunter konkret vorstellen? Was sind denn mögliche Gegenmassnahmen? Auf welcher Rechtsgrundlage?
Die IDAG koordiniert die Arbeiten der Bundesverwaltung zum Thema und wird auch die nationale und internationale Zusammenarbeit stärken, um Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation zu begegnen. Weiter soll sie ein Lageverständnis zur Situation in der Schweiz und aktuellen Entwicklungen im Bereich Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation erarbeiten. Basierend darauf kann sie bei Bedarf den politischen Entscheidungstragenden Massnahmen zur Prävention, Stärkung der Resilienz oder zur Abwehr von Angriffen vorschlagen. Zudem trägt sie zur Sensibilisierung von Behörden und allfällig der Bevölkerung bei.
Anm. d. Red.: Mit der “internationalen Zusammenarbeit” ist natürlich jene Zusammenarbeit mit anderen Wahrheitsministerien gemeint. Damit soll sicher gestellt werden, dass alle den gleichen Rotz für “wahr” einschätzen und die Wahrheit gleichzeitig flächendeckend unterdrücken können.
Und nochmals: Auf welcher Rechtsgrundlage sollen “Massnahmen zur Prävention” vorgeschlagen werden? Was genau ist unter “Stärkung der Resilienz” zu verstehen? Und wie will man Angriffe (wie sehen diese aus? Ein Zeitungsartikel? Ein Video? Ein Blogbeitrag?) “abwehren”? Das kann doch eigentlich nur “Zensur”, also das Unterdrücken einer Publikation und das Löschen von Inhalten bedeuten, richtig?
Die IDAG wird vom Staatssekretariat für Sicherheitspolitik (SEPOS) geleitet und umfasst die von der Bedrohung meistbetroffenen Ämter aus dem VBS, dem EDA, dem WBF, dem UVEK, dem EJPD, der Bundeskanzlei sowie den Delegierten des Sicherheitsverbunds Schweiz (SVS). Fachpersonen aus der Wissenschaft, Zivilgesellschaft oder dem Ausland werden fallweise eingebunden.
Anm. d. Red.: Jetzt ist allen aufgewachten klar, in welche Richtung es geht! Das SEPOS (v.a sein Chef) ist ja bekannt für grosse NATO-Nähe und der Unterstützung der “Regelbasierten Weltordnung”.
Gerne bewerben wir uns als “Fachpersonen aus der Zivilgesellschaft” (was hat die Wirtschaft damit zu tun? Und wozu brauchen wir Fachpersonen aus dem Ausland?) für das Wahrnehmen einer Aufsichtsfunktion oder als interne Kritiker. Diese Bewerbung wird ja sicher in “Bern” gelesen, weil dieser Blog ja sicher bereits auf der Überwachungsliste steht…
Der Sturz des Regimes von Selenskyj und desjenigen seiner Verbündeten
Der US-russische Friedensplan für die Ukraine beendet sicherlich einen Konflikt. Aber vor allem ebnet er den Weg für eine Umschreibung der Geschichte. Nein, die russische Militäroperation war keine “illegale, unprovozierte und ungerechtfertigte militärische Aggression”, sondern eine Anwendung der Resolution 2202 des Sicherheitsrats gemäß internationalem Recht. Wenn die europäischen Völker erkennen, sich geirrt zu haben oder getäuscht worden zu sein, werden sie ihre Regime ändern, so wie die Ukraine das ihre ändern wird.
Am 11. November gab das US-Außenministerium grünes Licht für die Enthüllung der “Operation Midas”, einer umfangreichen Untersuchung des ukrainischen Anti-Korruptionsbüros (NABU), das mit Hilfe von 80 US-Inspektoren durchgeführt wurde. Diese Operation hat bereits zum Rücktritt zweier Minister geführt – Herman Halushchenko, Justizminister, und Svitlana Grynchuk, Energieministerin – sowie zur Flucht von (dem bereits erwähnten) Rustem Umerov nach Katar. Aller Wahrscheinlichkeit nach sollte der Rücktritt von Andriy Jermak, Direktor der präsidialen Verwaltung, folgen. Dann wird Wolodymyr Selenskyj ganz allein dastehen: Die wichtigsten Politiker, auf die er sich stützte, werden eliminiert sein. Er wird keine andere Wahl haben, als Donald Trumps Plan zu akzeptieren oder ebenfalls zu fliehen.
Entgegen einer plausiblen Annahme hat der nicht mehr wiedergewählte Präsident, als er sich am 20. November mit der US-Delegation traf, nicht versucht, die Bedingungen des Friedensplans zu ändern, sondern hat eine Amnestie hinzugefügt; nicht eine Amnestie für Kriegsverbrechen, sondern für Korruptionsakte.
Die Staaten der Europäischen Union, die einen langen Krieg erwarten und sich darauf vorbereiten, können eine Kapitulation, die nicht Kapitulation genannt wird, nicht akzeptieren. Jeder steht nun vor dem brutalen Ende seines Traums. Auf den Zusammenbruch des ukrainischen Regimes wird offensichtlich auch der Fall der europäischen Staatsmänner folgen, die dieses Regime unterstützt haben.
Die europäische Presse begnügt sich damit, den russisch-amerikanischen Friedensplan als “günstig für Moskau” darzustellen, was keineswegs der Fall ist und auch nicht das Thema ist. Der Plan, soweit wir es wissen, sieht vor, dass die Krim und die beiden Donbass-Republiken (Donezk und Lugansk) russisch sind. Aber das war schon VOR dem Krieg der Fall. Er sieht außerdem vor, dass der Rest von Noworossija entlang der Frontlinie geteilt wird. Mit anderen Worten: fast alle Oblaste Cherson und Saporischschja, aber nicht der Hafen Odessa, was Russland die territoriale Kontinuität mit Transnistrien ermöglicht hätte, einem Kandidaten, Mitglied der Russischen Föderation zu werden.
Aus russischer Sicht ist das Wichtigste woanders: die Entnazifizierung des Kiewer Regimes. Ein grundlegendes Ziel, dessen sich die NATO-Mitglieder nie bewusst waren. Die Entnazifizierung setzt in jedem Land ein Bildungsprogramm über die Kultur des anderen voraus, ähnlich wie das, das am Ende des Zweiten Weltkriegs in Frankreich und Deutschland durchgeführt wurde.
Moskau erhält somit das, wofür es gekämpft hat, aber nicht das, was es seit langem erhofft hat: den Rückzug der NATO auf seine Grenzen von 1991. Dieser Nicht-Rückzug wird immer eine Quelle von Konflikten sein. Die Europäische Union muss sich dessen bewusst werden. Es sollte sie nicht überraschen, dass sich dieser Konflikt in die Länge zieht.
Der schwierigste Teil wird von niemandem erwähnt: Die Europäische Union (und damit die NATO) muss anerkennen, dass diese Ereignisse keine “illegale, unprovozierte und ungerechtfertigte militärische Aggression” dargestellt haben, sondern eine legitime Anwendung der Resolution 2202 des Sicherheitsrats gemäß der UN-Charta und dem Völkerrecht.
Alle müssen sich hinterfragen. Alle haben diesen Krieg angeheizt, dessen Opferzahl unbekannt ist. Die obersten Beamten in Brüssel haben mit Hybris gehandelt, die EU-Mitgliedsregierungen haben ein Herdenverhalten an den Tag gelegt, und die europäischen Völker waren davon überzeugt, den Frieden zu verkörpern.
Es ist dieses Bewusstsein, das am wichtigsten zu sein scheint und das den Sturz der Regime herbeiführen wird, die Russland “in die Knie zwingen” wollten und dafür gearbeitet haben.
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Was Neutralität in einer multipolaren Welt bedeutet
Die Neutralität ist ein Produkt der Realpolitik. Es geht ihr um die nationalen Interessen, um Unabhängigkeit und Sicherheit. Meistens entscheidet sich ein Staat erst für die Neutralität, nachdem er in der Aussenpolitik eine blutige Lektion einstecken musste, so die Schweiz 1515 mit der Schlacht von Marignano, Schweden mit Napoleon oder Österreich mit der Niederlage im Zweiten Weltkrieg.
Gewiss ist die Neutralität auf Eigennutz bedacht. Sie ist jedoch nicht unmoralisch. Verhielten sich alle Staaten wie die Neutralen, herrschte Frieden auf Erden. Aber das ist Wunschdenken. Die Grossmächte finden keinen Gefallen an der Neutralität. Sie wollen, dass man ihre Sache unterstützt – und nicht abseitssteht. Deshalb fördern sie lieber die kollektive Sicherheit, in welcher sie das Sagen haben.
Nun, daran ist im Prinzip nichts auszusetzen. Würde eine solche Friedensordnung funktionieren, wäre die Neutralität tatsächlich überflüssig. Aber wie funktioniert die kollektive Sicherheit heute? Meistens gar nicht. Seit es die Uno gibt, sind Hunderte von internationalen Konflikten ausgebrochen. Die Weltorganisation vermochte sie nur selten zu lösen. Ihr Versagen legitimiert stets von neuem die Neutralität. Um eine Wahrheit kommt man allerdings nicht umhin: Der neutrale Staat ist auf Gedeih und Verderben davon abhängig, dass die Grossmächte seine Neutralität respektieren. Was soll er tun, damit dies geschieht? Er muss mindestens drei Bedingungen erfüllen.
Erstens muss er militärisch alles unternehmen, um sein Territorium aus eigenen Kräften zu verteidigen. Das allein wird zwar nie ausreichen. Aber eine starke Armee ist Vorbedingung für den Respekt durch die andern.
Zweitens muss er seine neutralitätsrechtlichen Pflichten korrekt wahrnehmen, um keine Vorwände für Interventionen zu liefern.
Und drittens muss er auf diplomatischer Ebene glaubwürdig sein. Mit einer konstanten Politik schafft er Vertrauen. Nur dann wird das Interesse der Grossmächte an einer Verletzung der Neutralität geringer sein als die Furcht vor Reputationsschäden, die dadurch entstünden.
Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine hat sich vieles verändert. Am 28. Februar 2022 beschloss die Schweizer Regierung nach kurzem Zögern, die Russland-Sanktionen der EU zu übernehmen. Das war ein fataler Entscheid. Er löste überall Verwirrung aus. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte, die Schweiz sei nicht mehr neutral, und der damalige US-Präsident Joe Biden, sein Hauptantagonist, pflichtete ihm bei. Niemand wusste mehr, wofür die Schweiz steht. Dabei wäre die Ausgangslage für den Bundesrat relativ einfach gewesen. Er hätte den gleichen Weg eingeschlagen können wie 2014 nach dem russischen Überfall auf die Krim: keine Übernahme der EU-Sanktionen, aber eine strikte Verhinderung von Umgehungsgeschäften.
Die Situation verschlimmerte sich noch mit der misslungenen Bürgenstock-Konferenz. Die Schweiz verstiess, als sie ihre Guten Dienste anbieten wollte, gegen ihre eigenen Grundsätze der Diskretion und der Unparteilichkeit. Wie sollten die Russen noch teilnehmen, wenn der Bundesrat öffentlich diskutiert, ob er sie einladen wolle oder nicht und zudem mit einer der Kriegsparteien unverhohlen fraternisierte? Kein Wunder, dass sich die Schweiz ins Offside manövrierte und nachher nichts mehr zu vermitteln hatte.
Der Krieg in der Ukraine hat die Akzente in unserer bewaffneten Neutralität um einiges verschoben. Auf der einen Seite hat er – was bitter nötig war – den Willen zur Verteidigung gestärkt, auf der anderen Seite hat er den Sinn für die Unparteilichkeit geschwächt. Die bewaffnete Neutralität aber muss sich auf beides stützen können: auf eine starke Armee und ebenso auf eine glaubwürdige Diplomatie. Ohne das Vertrauen der Grossmächte in unsere Zuverlässigkeit nützt Neutralität nicht viel.
Da dieses Vertrauen offensichtlich geschwunden ist, sollten wir uns bemühen, es so rasch als möglich wieder herzustellen. Das bedingt mindestens drei Massnahmen.
Erstens hält sich die Schweiz strikte an das Neutralitätsrecht. Es gibt kein Flunkern.
Zweitens hält sich die Schweiz, wie es das Neutralitätsrecht verlangt, unmissverständlich von militärischen Bündnissen fern. Daher muss sie sich auch Zurückhaltung in ihrer Annäherung an die Nato auferlegen.
Drittens soll sich die Schweiz nur den von der Uno verhängten Sanktionen anschliessen, nicht jedoch solchen von einzelnen Staaten oder der EU
Die Schweiz ist mit ihrer Neutralität sehr gut gefahren. Vor mehr als 200 Jahren wurde ihre Neutralität auf dem Wiener Kongress völkerrechtlich anerkannt und als Friedensinstrument gewürdigt. Sie ist ungeschoren durch den Ersten, den Zweiten und den Kalten Krieg gekommen. Das sollte Grund genug sein, um vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken. Denn positive Erfahrungen stärken im Allgemeinen die Zuversicht.
Nichts spricht dagegen, den wichtigsten Grundsatz unserer Aussenpolitik weiterhin zu befolgen. Aber das erfordert Überzeugung und Disziplin. Es gibt keine halbe Neutralität. Man ist neutral, oder man ist es nicht. Nur eine konstante Neutralitätspolitik schafft in der Staatenwelt das Vertrauen, auf das die Schweiz angewiesen ist.
Rüstungsaktien: Wenn es um Rendite geht, gibt’s keine Moral
«Erst kommt das Fressen und dann die Moral» – die Verlogenheit, die Bertolt Brecht in der Dreigroschenoper so schön formulierte, lässt sich heute ohne weiteres auf den Umgang mit der Rüstungsbranche übertragen. Während sich viele trotz des brutalen Überfalls von Russland auf die Ukraine «friedensbewegt» geben und weiterhin möglichst wenig für Waffen auszugeben trachten, wollen andere angebliche Rüstungsdefizite aufholen und ihre Armeen um jeden Preis aufrüsten.
Die Skrupellosen wittern in ihrer ethisch rücksichtslosen Gier sogar das grosse Geschäft und wollen um jeden Preis am längst ausgebrochenen Rüstungsboom in der westlichen Welt teilhaben. Der Schweizer Ständerat etwa hat gerade eine Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes beschlossen – weil sonst die Schweizer Rüstungsindustrie in ihrer Existenz gefährdet sei, wie einzelne Räte «pragmatisch» argumentieren.”
Faktisch rüsten die meisten westlichen Länder trotz rasant steigender Staatsschulden seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs so stark auf, dass sich der Auftragsbestand von Rheinmetall in wenigen Jahren fast verfünffacht hat auf knapp 33 Milliarden Euro im November 2025. Bei anderen Anbietern von Rüstungsgütern wie BAE-Systems, Leonardo, Airbus, Thales oder den amerikanischen Riesen wie Lookheed-Martin oder Raytheon geht die Nachfrage ebenfalls deutlich nach oben, wenn auch nicht ganz so rasant.
Wen wird also überraschen, dass die Anleger in ihrer Gier auf den «Aufrüstungszug» aufspringen, was die Finanzbranche wiederum rücksichtslos ausnutzt. So ist das Anlagevolumen eines Anfang Jahr von der deutschen Deka-Bank aufgelegten Fonds, der in Verteidigung und Sicherheit investiert, inzwischen auf fast eine halbe Milliarde Euro angeschwollen. Zu den Top-Werten des Fonds zählen unter anderem Rheinmetall, der amerikanische Cyber-Security-Spezialist Crowdstrike sowie das berüchtigte Softwareunternehmen Palantir.
Der Blick auf die Aktionärsstruktur von Rheinmetall macht deutlich, welche Dimensionen das angenommen hat: Zwei Drittel aller Anteile befinden sich in den Händen institutioneller Anleger – also von Versicherungen, Banken, Pensionskassen, Fonds, Stiftungen oder staatlichen Organisationen.
Ganz vorne dabei ist Blackrock, der grösste Vermögensverwalter der Welt. Er bietet den Anlegern verschiedenste Anlageprodukte an, die zum Beispiel in Rheinmetall investieren. Zählt man alle Stimmrechte zusammen, die Blackrock im Auftrag seiner Investoren an der Hauptversammlung von Rheinmetall ausüben könnte, so kommt man auf sieben Prozent. Auch Investment- und Grossbanken wie Goldman-Sachs, Morgan-Stanley, Bank of America oder die UBS bringen es auf beachtliche Stimmrechte.
Als ob das der Verlogenheit noch nicht genug wäre, haben zahlreiche Banken und Fondsgesellschaften seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine ihre Nachhaltigkeitskriterien so angepasst, dass Investitionen in Rüstungsaktien möglich werden, nachdem diese zuvor ausgeschlossen waren. Das trifft vor allem auf Fonds und Produkte mit sogenannten ESG- oder Nachhaltigkeitslabels zu. ESG steht für die Nachhaltigkeitskriterien Enviromental, Social, Governance.
Anm. d. Red.: 🤡🤣🤡🤣🤡🤣🤡🤣
Damit dürfte die Rendite der ESG-Anlagen deutlich besser werden...
Wenn man bedenkt, dass das Militär mit seinen Aktivitäten am meisten zur Umweltbelastung beiträgt, durch die Zerstörung sicher nicht “nachhaltig” ist und das sinnlose in-den-Tod-Senden von Bürgern kaum sozial sein kann, so macht die Einordnung definitiv keinen Sinn.
Im März 2025 etwa hat die UBS ihre Nachhaltigkeitsrichtlinien geändert. Seitdem sind die Aktien von Rüstungsunternehmen als Investments in ihren «nachhaltigen Fonds» erlaubt. Es sei denn, sie stellten geächtete Waffen wie Streumunition und Atomwaffen her. Vorher waren die Wertpapiere von Unternehmen ausgeschlossen, die mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes mit Rüstungsaufträgen erzielten. Die Allianz Global Investors und die Danske Bank wurden ebenfalls opportunistisch. Der schwedische Finanzkonzern SEB hatte schon im Jahr 2023 für manche seiner Fonds das Verbot von Investitionen in Rüstungsunternehmen aufgehoben.
Laut einer Analyse des Index-Anbieters MSCI sind inzwischen über zwei Drittel der ESG-Fonds in Europa an reinen Waffenherstellern beteiligt. Erst kommt eben das Fressen und dann die Moral.
Für Europa wird nichts zu lernen teuer
In einem dynamisch sich verändernden Umfeld ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj innerhalb der nächsten Tage gezwungen, Stellung zum Friedensplan der US-Administration Trump zu nehmen, die ihm wenig Raum für Nachbesserungen belassen will. US-Präsident Donald Trump lässt ihm beinahe nur die Handlungsoptionen „take it or leave it“ und die europäischen Verbündeten Selenskyjs können ihm wenig Unterstützung bieten. Selenskyj steht im Wesentlichen allein da.
Die militärische Lage der Ukraine verschlechtert sich mit zunehmender Geschwindigkeit und in der vergangenen Woche kam Selenskyj nun auch innenpolitisch unter Druck.
Das Tempo des russischen Vormarsches im Osten der Ukraine hat sich in den letzten Wochen merklich erhöht, fast täglich stoßen die Russen nun bis zu 5 km täglich vor und erobern auch größeren Siedlungen mit einer Geschwindigkeit, die man so bisher nicht beobachtet hatte. Insgesamt haben die Russen in den letzten Tagen mindestens in drei Räumen ukrainische Gegenangriffe abgewehrt und ihrerseits an mehreren Orten angegriffen. Es ist davon auszugehen, dass die Russen die Angriffsvorbereitungen der Ukrainer erkannten und sich in der Lage fühlten, mit deren Gegenangriffen fertigzuwerden, ohne selbst Angriffe andernorts abbrechen zu müssen. Damit sind sie auch in den kommenden – möglicherweise entscheidenden Tagen – in der Lage, den militärischen Druck auf die Ukraine zu erhöhen. An mehreren Orten sind mittlerweile ukrainische Truppen im Umfang von mehreren tausend Mann eingeschlossen. Ihnen drohen Tod oder Gefangennahme. Diese ukrainischen Truppen in den Kesseln zu retten, dürfte neben Zeitgewinn derzeit das wichtigste Verhandlungsziel der ukrainischen Regierung sein.
Auch der Krieg mit Abstandswaffen, in welchem die Ukraine in der Vergangenheit eine Reihe von Erfolgen erzielte, entwickelt sich ungünstig. Die Russen haben umgekehrt den Einsatz ballistischer Raketen intensiviert und die Stromversorgung in weiten Teilen der Ukraine unterbrochen. Gleichzeitig sank die Abfangquote der ukrainischen Luftabwehr und liegt derzeit angeblich nurmehr bei etwa 15 Prozent. Dazu kommt, dass infolge des Budgetstreits in den USA ein Unterbruch der Waffenlieferungen eintrat, der sich auch nach deren Wiederaufnahme noch einige Zeit auswirken wird.
Inzwischen ist entlang der Frontlinie ein möglicherweise bis zu 25 km breiter Geländestreifen entstanden, in welchem russische Drohnen nicht nur Fahrzeuge und große Waffensysteme beinahe nach Belieben angreifen, sondern auch regelrecht Jagd auf einzelne Soldaten machen. Eine Art von Drohnen ist wohl von künstlicher Intelligenz gesteuert und greift erkannte Waffensysteme selbständig an, andere werden per Draht gesteuert, sodass insgesamt die ukrainische Funkstörung machtlos ist. Mit Vorsicht zu genießen sind aber russische Berichte über den Einsatz von Laser-Kanonen, welche Drohnen abschießen können, denn hierfür wird eine klare Atmosphäre benötigt, die gerade in der kalten Jahreszeit absolut nicht garantiert ist.
Dass die ukrainische Armee Schwierigkeiten bekundet, neues Personal zu rekrutieren, lassen die zahlreichen Videos vermuten, welche Zwangsrekrutierungen durch die Rekrutierungsbehörde TZK zeigen. Auch wenn sich unter diesen Videos sicherlich auch Fälschungen befinden, so ist nicht anzunehmen, dass sie restlos alle gefälscht sind. Glaubwürdig belegt ist das Problem der ukrainischen Armee mit der massenweisen Fahnenflucht. Mittlerweile soll die Zahl der Deserteure auf 40’000 monatlich angewachsen sein.
In diesen Tagen rächt es sich, dass der Westen besonders nach dem russischen Angriff vom Februar 2022 der ukrainischen Führung all ihre Fehler und Schwächen nachsah, den sympathisch wirkenden Selenskyj uneingeschränkt unterstützte, keine Selbstkritik zeigte und nie einen eigenen Friedensplan vorlegte. Das wiederum zeigt den Charakter der EU-Außenpolitik und auch ihr Dilemma: Sie muss weiterhin bedingungslos auf eine Administration setzen, deren korrupter Charakter klar zutage getreten ist. Ohne Korruption kann sie den Krieg gegen Russland nicht weiterführen, mit Korruption kann sie ihn nicht gewinnen.
Auf der anderen Seite des Atlantiks hat US-Präsident Trump Selenskyj schon fallengelassen und mit Putin die Bedingungen eines Friedensvertrags schon länger ausgehandelt – möglicherweise gleich anlässlich ihres Gipfeltreffens in Anchorage. Donald Trump kann derzeit eiskalt zusehen, wie sich die Eliten in der Ukraine gegenseitig die Felle zerreißen, während die Armee im Osten des Landes immer schneller an Terrain verliert. Er weiß, dass Selenskyj irgendwann den ausgehandelten Bedingungen zustimmen muss. Ein Strategem (eine Kriegslist, Red.) von Sun Tzu lautet: mit dem Messer eines Anderen töten. Genau das tut Trump derzeit.
Mittlerweile ist mittelfristig nicht einmal mehr ein totales Fiasko der EU-Außenpolitik ausgeschlossen, das in einem Renversement des Alliances bestehen könnte. Der ehemalige ukrainische Oppositionspolitiker und Putin-Vertraute Viktor Medvechuk hat sich vor wenigen Tagen wieder zu Wort gemeldet und von einem Seitenwechsel der Ukraine gesprochen. Westeuropa kann der Ukraine nicht militärisch beistehen und wird die Ukraine nicht in akzeptablen Zeiträumen wieder aufpäppeln können. Die letztlich wirkungslos gebliebene westliche Unterstützung war aber nicht kostenlos. Ablehnung westlicher Rückforderungen und Verstaatlichung der vom Westen bereits aufgekauften Wirtschaftsbetriebe wäre eine Chance, die aber nur genutzt werden kann, wenn die Ukraine vor ihren einstigen Verbündeten geschützt werden kann. Das dürfte der Hintergrund von Medvechuks Äußerungen sein. Die Europäer haben seit 2015 nichts dazu gelernt und müssen eventuell schon bald teuer dafür bezahlen.